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So...  9 Tage zu spät aber doch, folgt nun Miquels Geburtstagsgeschenk. Und auch wenn ich weiss, dass es mein Corazon nicht so mag, wenn ich über die beiden schreibe, hoffe ich dennoch, dass es auch gefällt. Denn was anderes, wäre für Miquels Geburtstag einfach irgendwie unpassend.

Somit will ich nachträglich noch sagen: Feliz cumpleaños, Miquel...!
Alles Liebe und Glück...

Viel Spass beim Lesen ♥. (natürlich auch allen anderen...!)



20. Juli 2031

Das Haus war still und das einzige was man hören konnte, war das leise aber gleichmässige Atmen, des grossen, blonden Hundes, welcher vor der Tür lag und auf seine beide Herrchen wartete. Normalerweise waren die Beiden nie so lange weg, waren sie es doch, nahmen sie ihn für gewöhnlich mit. Casanova gähnte herzhaft und bettete seine Schnauze wieder auf seinen verschränkten Vorderpfoten. Seine braunen Augen fixierten die Tür und er gab ein leises Knurren von sich. Wieso liessen sie ihn alleine zu Hause? Normalerweise würde er bereits mit ihnen im grossen Bett liegen und sich von Miquel in den Schlaf kraulen lassen.
Der Hund hörte das Geräusch, bevor er es bewusst wahrnahm, doch als die Bedeutung des Krachen in sein Bewusstsein Drang, sprang der Golden-Retriever auf und begann zu winseln. Als der Motor des Autos ganz erlosch, bellte Casanova so laut er konnte. Der Schlüssel drehte sich im Schluss und als sich die Tür öffnete, kamen seine beiden Herrchen herein, doch bevor sie ihn auch nur begrüssen konnten, stellte sich der Hund auf die Hinterbeine und leckte Lan, dem Mann mit den roten Haaren über die Wange. Das schöne Lachen klang für Casanova wie Balsam für seine Seele. Er freute sich also ihn zu sehen. "Hallo, mein Junge! War dir etwa langweilig? Jetzt sind wir ja da! Ja, Hi!", lachend strich ihm der Rothaarige Mann über die Seite. Casanova vernahm auf einmal einen komischen Geruch, er kannte ihn von Lan her und er mochte ihn nicht, da sich seine Herrchen dann immer stritten, doch dieses Mal ging der Geruch von Miquel aus, welcher sich gerade umständlich hinkniete und den Hund überschwänglich begrüsste. Der Hund genoss die Streicheleinheiten die er nun von beiden bekam und als sich die beiden Männer, die Treppen hoch begaben, hastete er ihnen hinterher, doch ganz so schnell war er auch nicht mehr. Im Gegensatz zu seinen Herrchen war er nämlich schon sehr alt. Gerade als er sich nach Miquel ins Zimmer begeben wollte, hielt ihn der Spanier am Halsband fest. "Nein Casanova. Du bleibst vor der Tür!" Das gab's doch nicht! Der Hund setzte seinen besten 'Ach bitte, bitte lass mich mit rein, ich will doch auch kuscheln'- Blick auf, doch der blonde Mensch blieb stur. "Casanova, raus!", mit einem leisen wimmern, drehte sich der Retriever um und tapste wieder hinaus auf den Gang, jedoch nicht ohne seinem Herrchen, seine entäuschte Haltung zu demonstrieren. "Tut mir leid, mein Junge. Aber ich bin nun langsam auch alt, und ich werde heute so richtig belohnt. Dannach darfst du aber wieder rein und mit uns kuscheln, ja?", den eigentlichen Sinn der Worte verstand er nicht, doch als er sah, wie Lan von hinten die Arme um den Spanier schlang und seinen Hals mit Küssen bedeckte, knurrte der Hund leise. Er wusste, was das bedeutete. Es war Frühling. Er war ja nicht dumm und war im Frühling auch immer unter Strom. Allerdings zog sich dieser Zustand bei seinen Herrchen übers ganze Jahr hinweg. Zwar mal mehr und mal weniger, aber sie hatten den Druck gleichzeitig wie Casanova selbst und die ganze Zeit bis der Hund den Trieb auch wieder verspürte. Das war schon etwas komisches, das musste Casanova zugeben. Resignierend legte er sich vor die Couch. Es konnte sich ja nur um Stunden handeln.
Lan zog den Spanier am Bund seiner schwarzen Hose zu sich und benetzte dessen Lippen mit einem zärtlichen Kuss. "Wie gefiel dir dein Geburtstag?", raunte er mit seiner heiseren Stimme gegen die Lippen des Blonden, welchem sogleich einen Schauer über den Rücken lief. "Gut...", nuschelte er und schnappte nach dem Lippen des Rothaarigen. "Der Wein war gut, das Essen, war gut, meine Familie war da und du hast eine Rede gehalten. Es war also ein guter Geburtstag...", flüsterteder Spanier und küsste seinen Freund auf den Munwinkel. Dieser wich allerdings zurück und zog die Augenbrauen in die Höhe. "Wenn du nochmal 'gut' sagst, bekomm ich einen Anfall! Weisst du wie lange ich das ganze organisiert habe? Und du sagst es war nur gut? Und das viermal! Was hat dir also nicht gepasst?", zischte der Jüngere und der Spanier seufzte. Jetzt war es wieder soweit. Er hatte was falsches gesagt. "Lan bitte. Es war ein schöner Abend und ich bin dir dafür dankbar. Ich hab es genossen von allen so umgarnt zu werden. Ich kann also gar nichts daran aussetzen...", sanft zog er den Amerikaner näher zu sich und küsste den Hals desjenigen. "Aber irgendwas hat dir nicht gepasst. Ich kenn dich doch...", nuschelte der Rothaarige und drehte den Kopf um Miquel mehr Spielraum zu bieten.
"Wenn ich das nun wieder anspreche, dann verbannst du mich wieder auf die Couch!"
Dieses Mal war es Miquel, der vom anderen abliess. "Ich weiss, dass du mich nicht heiraten willst, aber wir sind seit über 25 Jahren zusammen und in deiner Rede betitelst du mich mit; Der Vater meiner Kinder."
"Aber das stimmt doch!!!"
"Du hast nicht gesagt, der Mann den ich liebe!"
"Das ist doch kitschig!"
"Oder die Liebe meines Lebens!"
"Das ist ja noch kitschiger!"
"Der Mann den ich eines Tages doch noch heiraten werde!"
"NEIN!"
"WIESO NICHT!?"
"DARUM!"
"DAS IST KEIN GRUND!"
"SCHLAF AUF DER COUCH!"
"SCHLAF DU AUF DER COUCH, ICH HAB GEBURTSTAG!"
"NICHT MEHR. SCHLAF AUF DER COUCH!"
Kurz darauf ging die Tür auf und Miquel kam aus dem Zimmer. Seufzend sah er zu Casanova hinunter und deutete ihm an zu folgen. "Na, mein Junge? Schlafen wir mal wieder auf der Couch?"
Als Miquel sein 'Bett' fertig hergerichtet hatte, liess er sich darauf nieder und klopfte auf den freien Platz neben sich. Sofort sprang der Retriever auf seinen Schlafplatz und schmiegte sich an den Spanier. "Hab ich's mal wieder verbockt?", flüsterte Miquel und begann den Hund hinter den Ohren zu kraulen. Dieser schloss geniesserisch die Augen und gab Geräusche der Entspannung von sich.
"Ich will doch nur ein bisschen Romantik. Manchmal hab ich das Gefühl, dass Lan will, dass ich wie ein Hund denken soll. Dich interessiert keine Liebe. Nur wenn der Frühling kommt, dann willst du unbedingt Sex haben. Aber die Ische heiraten willst du nicht. Denkst du ich bin für Lan gerade dafür gut genug?" Seufzend schloss der Spanier die Augen und schmiegte sich an das weiche Fell.
Ein paar Minuten später, als der Wein sich bei dem Südeuropäer bemerkbar machte und er schon im Halbschlaf war, spürte er einen Körper, der sich von hinten an ihn schmiegte und sanfte Küsse auf seinem Ohr verteilte. "Ich liebe dich...", flüsterte eine bekannte Stimme und eine angenehme Gänsehaut bildete sich auf der sonnegebräunten Haut. "Du bist die Liebe meines Lebens!", eine Hand, ebenfalls sehr bekannt, schob sich unter den Stoff des Armani Hemdes und streichelte die Bauchmuskeln. "Du bist der attraktivste, alte Mann, den ich kenne. Niemand, den ich kenne, ist so ein guter Vater wie du und bei niemandem fühle ich mich so geliebt, wie bei dir.", raunte die Stimme und der Spanier lächelte. Es ging nie lange bis sich Lan zu ihm auf die Couch gesellte und er wusste schon wohin das führte bevor er spürte wie die Hand tiefer strich und ihm die Hose öffnete. "Möchte der alte Mann immernoch belohnt werden?"
Miquel brauchte gar nicht antworten, stattdessen schob er Casanova von der Couch, drehte sich und schlang seine starken Arme um seinen Freund.



19. Juli 2032

Für Miquel gab es schon immer zwei Arten von Geburtstagen. Geburtstage an denen es einfach jeder vergass, und Geburtstage an denen sich die ganze Welt einfach nur um ihn drehte. Besonders an diesem Tag, hatte er das Gefühl, dass es ein Jubiläum der speziellen Art werden würde, da ihn der Duft von Frühstück aus dem Schlaf lockte, der seine Nasenflügel kitzelte und seinen Magen zum Schnurren brachte. Grinsend hüpfte er aus dem Bett, griff nach einem frischen Paar Boxershorts und eilte, jene anziehend, die Treppe hinunter. Als er in die Küche kam, traff ihn beinahe der Schlag. Sein Freund, welcher er auch gerne seine Rothaarige Schönheit nannte, stand an der Kochinsel, reichte ihrer gemeinsamen Tochter einen Teller mit Rührei und Würstchen und trank selber gerade seinen Kaffee. Ohne das schwarze Türkengetränk, war der Fuchs gar nicht zu gebrauchen, doch nicht nur das; Lan sah umwerfend aus! Seine Beine, waren in schwarze, vorteilhafte Jeans gekleidet und er trug ein bordoux-rotes Hemd, welcher er in die Hose gesteckt hatte. Sein kurzes Haar stand zwar auf alle Seiten ab, doch es war genau die Frisur die ihm am besten stand. Schnurrend trat der Spanier näher an die Szenerie heran und schlang die Arme um die Hüften seinen Freundes und biss ihm spielerisch ins Ohrläppchen. "Wieso bist du schon so früh wach, wenn du mir das Frühstück doch nicht ans Bett bringst?", er fuhr die schlanke Tallie hoch, die über die Jahre männlicher geworden ist und saugte sich am Hals des Amerikaners fest.
"Boar Leute, ihr seid so eklig! Wenn ich sehen wollen würde, wie zwei Männer in der Midlifecrisis aneinander rumsabbern, hol ich mir 'nen Porno!", maulte die vierzehnjährige und schob demonstrativ ihren Teller weg. Lan lachte und griff nach Miquels Händen. "Schatz ich muss los, ich hab keine Zeit für Frühstück am Bett, das hab ich dir doch gesagt!" Irritiert hielt der Spanier inne. Keine Zeit? Aber...
"Ich muss in einer Stunde am Flughafen sein... Verdammt! Wo bleibt das scheiss Taxi! Noah, putz dir die Zähne, wir müssen los!", damit drehte sich Lan um und küsste seinen Freund sanft. "Ich bin spätestens übermorgen wieder da. Pass auf dich auf, und vergiss nicht, morgen kommt Noin nach Hause!", mit diesen Worten, hatte sich der Fuchs geschickt aus der Umarmung geschlängelt und ging schon Richtung Tür, wo ihn der Spanier doch nochmal aufhielt. "W-Warte!!! Wo willst du hin?" - "Hä?!" - "Wo willst du hin? Wieso Flughafen?" - "Miquel verarsch mich nicht, für sowas hab ich keine Zeit, ich muss los! Ich hab diese Vorlesung in Seattle... Ich texte dir seit zwei Monaten die Ohren damit zu! Hör mir doch einmal zu!!!" - "A-Aber... Lan du willst jetzt einfach gehen? Was ist mit mir?"
Lan seufzte genervt und schubste Miquel unsanft weg. "Du bist alt genug, du findest bestimmt eine Beschäftigung und sonst ruf Peter an, ober neue Drehbücher hat... NOAH!!!", den Namen schrie Lan die Treppe hoch wo auch schon ihre Tochter runter tänzelte, die für ihre vierzehn Jahre schon viel zu sehr wie ihre spanische Tante aussah. Miquel würde sich wohl doch endlich ein Gewehr besorgen müssen um potenzielle Schwiegersöhne zu erschiessen. Sie war immerhin seine kleine Prinzessin.
Bevor Miquel reagieren konnte, waren die beiden auch schon aus der Tür raus und stiegen ins Taxi welches vor dem Haus stand. Miquel starrte ihnen nach. Das durfte doch nicht wahr sein. Hatten den beide seinen Geburtstag vergessen? Seinen verdammten 44sten Geburtstag?
"CON HUEVOS!!!", schrie der Spanier dem Taxi nach, welches gerade davon fuhr, das glaubte er nicht. Das war doch das aller Letzte!
Wieso er sich nun dazu entsclossen hatte, wirklich Peter anzurufen wusste er nicht. Vielleicht weil er im Endeffekt so oder so alles tat, was Lan ihm auftrug. Genervt lauschte er dem Tuuten bis er Peters verschlafenes: "Hallo?", am anderen Ende der Leitung vernahm.
"Peter. Ich sage dir nur eines: Wenn du keinen Job für mich hast, und wage es ja nicht zu sagen, ich hätte dich gerade geweckt, dann gnade dir Gott. Ich brauche Arbeit. Und zwar jetzt!" Zur Miquels Überraschung kam die Antwort, mitwelcher der Spanier als aller letztes gerechnet hatte. Nämlich gar keine. "Peter, ich rede mit dir!!!", zischte er ins Telefon und bekam nun doch die Stimme des Anderen zu hören. Allerdings in Form eines Gähnens. "Peter, ich schwör dir, ich bringe di-"
"Komm runter Miquel. Wieso so genervt an deinem Geburtstag?"
"Scheiss egal! Hast du nun arbeit für mich, oder nicht?"
"Arbeit?"
"Ja, Mann, Arbeit. Du bist mein Manager, wenn du nicht weisst was Arbeit bedeutet, muss ich mir wirklich Gedanken darüber machen, wieso ich dir die letzten Jahre so viel Geld in den Arsch geschoben habe!"
"Ist ja gut, Ist ja gut! Du willst heute arbeiten? Ist was passiert?"
"Ich sagte doch, scheiss egal! Soll ich es dir buchstabieren?"
Auf die provozierende, versteckte Beleidigung ging der Mangar gar nicht ein sondern antwortete nur:
"Eigentlich schon, aber da ich dachte, dass du an deinem Geburtstag was mit deiner Familie unternehmen willst, hab ich das abgesagt."
"Was hast du abgesagt?"
"Pressekonferenz in New York."
"Sieh zu, dass du das wieder ansagst und hol mich ab. In einer Stunde können wir los."
"Miquel ist alles in Ordnung bei di-"
"In einer Stunde, Peter!!!", mit diesen harschen Worten legte der Spanier auf und liess sich auf der Couch nieder. Dann flog er eben nach New York. Lan war sowieso in Seattle und was Noah trieb wusste er auch nicht. Wenn seine Familie schon seinen Jahrestag vergass, würden das seine Fans nicht auch noch tun, da war er sich sicher.
Genau eine Stunde später klingelte es an der Haustür und Peter stand davor. Grinsend klopfte er dem Spanier auf die Schulter. "Alles gute, Miquel!"
"Danke... Können wir los?" Als Antwort nickte sein Manager lediglich und somit setzten sich die beiden ins Taxi und fuhren zum Flughafen. Peter kannte ihn doch so gut, dass er das Geburtstagskind auf der ganzen Fahrt nicht ansprach. Miquel war eine Frohnatur und wenn er mal schlechtgelaunt war, dann richtig, und wehe der Person die ihn ansprach. Als sie am Flughafen ausstiegen und zum check-in gingen öffnete Peter doch den Mund:
"Weisst du was Schade ist?" Als keine Antwort kam, fuhr er einfach weiter, "Der Nachteil, dass ihr von L.A. wieder zurück nach Joliet gezogen seit, ist, dass ich hier mit dir normal das Gepäck aufgeben muss. In Los Angeles haben sie es uns quasi aus der Hand gerissen und uns einen Privat-Jet organisiert."
"Lan hat sich halt in L.A. nicht so wohl gefühlt."
"Aber du schon oder?"
"Ja. Aber mein Platz ist, wo Lan ist. Und wenn ich dafür mein Gepäck aufgeben muss, ist mir das auch egal. Selbst wenn er meinen Geburtstag vergisst, und am anderen Ende Amerikas ist."
"Lan ist wo?"
"In Seattle. West-Coast. Vorlesung."
"Oh..."
"Ja und können wir jetzt bitte in den verdammten Flieger! HEY SIE!!! NEHMEN SIE ENDLICH MEIN VERFICKTES GEPÄCK ODER MUSS ICH ERST VOR LANGEWEILE STERBEN?!", Miquel schrie und es war ihm definitiv egal. Er war gereizt und verletzt. Ob nun auch noch Schlagzeilen kamen die ihn als unhöflich oder arrogant betitelten war ihm sowas von unwichtig. Als die Frau am Schalter ihn jedoch erkannte, winkte sie die beiden sofort zu sich und schaute, dass das Gepäck ins Flugzeug verfrachtet wurde.
Eine halbe Stunde später, waren die beiden beim Boarding und als sie dann, weitere 15 Minuten später ihre Plätze einnehmen konnten, sank Miquel in dem riesigen Sessel zusammen.
"Peter... ich bin enttäuscht!"
"Ich sagte ja, das ist nicht L.A. Hier kriegst du keinen Privatjet. Nur we-"
"Nein, Mann! ich bin enttäuscht von Lan! Ich kenne ihn seit fast dreissig Jahren und er... er vergisst meinen Geburtstag! Okay ich war nie jemand, der viel auf Geburtstage gegeben hat. Aber es sich doch vierundvierzig Jahre. Das muss doch gefeiert werden. Und... er hats nicht nur vergessen, er ist auch noch am anderen Ende der Welt!"
"Ich dachte er wäre in Seattle?"
"DAS ist am anderen Ende der Welt!"
"Also eigentlich ist Seattle-"
"Es geht ums Prinzip, Peter! Lan, mein Lan! Vergisst meinen Geburtstag! Nicht nur er! Auch meine Tochter und meine Söhne. Nicht mal meine Eltern haben mir gratuliert!", mit den Worten hielt der Spanier sein Handy hoch, wo keine neue Nachricht angezeigt wurde.
"Das ist quasi eine verdammte Verschwörung. Dass Isabella ihn vergisst, gut! Bei meiner Mutter, kann das auch mal passieren. Doch aber nicht bei meinem Vater!!!"
Seufzend, liess er sich noch tiefer in den Sitz fallen, wenn dies noch möglich war.
Peter legte seinen Arm um Miquel und zog jenen an sich. "Vielleicht ist es gar nicht so schlimm. Denke doch an die Zeitverschiebung und alles..."
"Die hatten den 19. vor uns..."
"Das du das weisst..."
"Versuchst du mich zu verarschen?"
"Naja... nur abzulenken...!"
Wie zu erwarten sagte der Spanier den ganzen Flug über kein Wort mehr. Nun gut. Mehr als zwei Stunden waren das auch nicht.
Kaum waren die beiden in new York angekommen, blitzte es förmlich und überall waren Paparazzies. "Du hättest die Frau in Chicaco nicht so anschreien sollen..."
"Mir egal. Lass uns fahren...!"
Der Manager des Flughafens, brachte Miquel und Peter ihr Gepäck höchst persönlich und eine Limousine, wartete bereits vor dem Gebäude. Noch immer schwieg der Spanier und ausser einem seltenen "Hnmm." oder einem raren "Mir egal.", gab er nichts von sich.
Als sie vor dem Plaza ankamen, seufzte Miquel. Er kannte dieses überbewertete Haus nur zu genüge und eigentlich, war es der letzte Platz auf Erden an dem er gerade sein wollte.

4. Oktober 2017

"Lass uns nach New York fahren! Heute ist unser Jahrestag. Ich will nicht in Los Angeles bleiben. Lass uns irgendwas unternehmen!", säuselte Lan ins Ohr seines Freundes, welcher gerade seine monatige Tochter im Arm hielt.
"Miquel...! Hör mir doch mal zu, ich sagte ich will weg fahren!" Mit diesen Worten wurde der Spanier ins Ohr gebissen und vor Schreck liess er beinahe das Kleine Wesen in seinen Armen fallen. "LAN! Bist du bescheuert? Siehst du nicht, dass ich gerade das schönste Wesen auf Erden halte?"
"Ist mir egal. Ich will weg fahren!" Entgeistert starrte der Blonde ins Gesicht seines Freundes. War das sein ernst? Er wollte unbedingt ein zweites Kind und jetzt, wo die kleine Prinzessin da war, wollte er sogleich verreisen?
"Noah ist noch viel zu klein um in ein Flugzeug zu steigen..."
"Wer hat gesagt, dass sie mit kommt?" Wenn ein Gesicht noch ungläubigiger aussehen konnte, dann war es in just diesem Moment.
"Hast du völlig den Verstand verloren?! Siehst du nicht wie klein sie ist!? Sie kann doch nicht einfach alleine hier bleiben! Und einen Babysitter will ich auch nicht. Die wollen doch alle nur in das Haus um ihren Freund einzuladen und hemmungslosen Sex zu haben, wärend mi Princesa vor weinen erstickt!", mit diesen Worten, strich er dem kleinen, zerknautschten Mädchen über das dunkle Haar und strahlte sie an, was die kleine mit einem Glucksen zur Kenntnis nahm.
"Bringen wir sie zu Ellen. Oder Sam soll auf sie aufpassen!"
"Lan, Sam ist neun!"
"Er ist fast zehn! Und er wirds schon richtig machen!"
"Du warst ja schon nie die Vorsicht in Person, aber seit wann bist du so unbeschreiblich Fahrlässig?"
"Ach vergiss doch einfach, was ich gesagt habe. Dann fahren wir halt nicht!"
Und damit war das Thema für den Rotschopf gegessen, denn er verschwand aus dem Wohnzimmer und ging die marmorenen Treppen hinauf. Miquel seufzte und küsste seine Tochter auf die Stirn.
"Seit wir in L.A. sind ist dein Papa wirklich zickig. Aber keine Angst... Normalerweise ist er ein ganz lieber und wenn er seine Tage nicht mehr hat, dann wird er sich so sehr in dich verlieben, dass ich dich eine weile lang gar nicht mehr halten kann. Aber solange du mir versprichst, dass du mich nicht vergisst, ist das in Ordnung. Okay Noah? Versprichst du mir das?"
Noah schlief tief und fest und schweren Herzens legte Miquel seinen Sprössling in das Kinderbettchen. Als er das eigene Zimmer betrat, lag Lan bereits im Bett und las in einem Buch, er sah noch nicht mal auf, als der Spanier das Zimmer betrat. "Hey, Corazon... Willst du Sex?"
"Leck mich, Miquel.", war die simple Antwort und der Blonde  rutsche unter die Decke, streifte ihm die Shorts über die Hüften, spreizte seine Beine und leckte mit seiner Zunge über den Eingang seines Freundes, welcher scharf die Luft einzog. Doch im nächsten Moment, hatte Miquel einen Fuss am Kopf und stöhnend sah er unter der Decke hervor. "Bist du irre? Was trittst du mich?"
"Was sollte das?"
"Du hast gesagt, 'Leck mich, Miquel!'"
"Im übertragenen Sinne, du Idiot!"
"Darf ich weiter machen?"
"NEIN!!"
Schmollend aber resignierend liess sich der Spanier neben Lan nieder und sah ihn an, welcher das Buch zur Seite legte und seine Shorts wieder hochzog.
"Seit Noah da ist, bist du ein richtiges Arschloch."
"Wie bitte?"
"Ich sagte; seit Noah da ist, bist du ein ri-"
"Ich hab dich verstanden, aber wieso sagst du das?"
"Na, weil's die Wahrheit ist!"
"Das stimmt doch gar nicht!"
"Natürlich stimmt es! Du würdigst sie keines Blickes, obwohl sie deine Tochter ist, wenn ich sie im Arm halte, siehst du aus als würdest du mich umbringen wollen und wenn sie weint, tust du nicht mal so, als würde es dich interessieren!"
"Das stimmt doch gar nicht...!"
"Du wolltest mit mir verreisen und Sam auf sie aufpassen lassen. Sam ist ein Kind. Erinnerst du dich als er so geweint hatte, weil er Angst hatte, dass er sterben müsse, weil er 'Sex' mit Jack hatte? Das ist knapp zwei Jahre her!"
"Ich will mir dir verreisen, weil ich dich liebe!"
"Du tust fast so, als wäre Noah meine Geliebte und... Warte! Du bist eifersüchtig!"
"Ich bin was?" Die Frage war nur ein leises Zischen und der Rothaarige versuchte seinen Freund mit seinem Blick zu erdolchen.
"Na klar! Du bist eifersüchtig, deswegen führst du dich auf wie der letzte Arsch!"
"Noah ist erstens ein Mädchen und zweitens ein Baby. Das ist keine Konkurrenz."
"Doch! Sie ist mein Fleisch und Blut und obwohl es dein Vorschlag war, dass sie meine Gene hat, stört es dich gewaltig!"
"So ein Scheiss!"
"Gibs doch zu! Sam ist quasi von uns beiden. Zumindest genetisch gesehen! Und Noah ist mein Fleisch und Blut mit ein bisschen Ellen halt. Und das stört dich!"
"Tut es gar nicht!"
"Doch! Du wolltest das zweite Kind unbedingt, doch annehmen kannst du sie nicht, wieso nicht?"
"Ich weiss es doch auch nicht! Deine ganze Welt dreht sich nur noch um dieses Baby und was ich fühle, ist dir aufeinmal völlig egal!"
Nun war es Miquels Aufgabe, die fünf Worte auszusprechen: "Das stimmt doch gar nicht!"
"Und ob das stimmt! Du wolltest Noah noch nicht mal und als sie da ist, reisst du sie dir unter den Nagel. Okay, kann ich verstehen sie ist ja quasi dein Ebenbild aber... Du schwärmst nur davon, wie schön sie istund wie fantastisch und... das hast du früher über mich gesagt und das ist dir jetzt irgendwie völlig egal. Du-"
"Du bist eifersüchtig. Dass ich sie mehr lieben könnte als dich...!"
Lan griff als Antwort nach seinem Buch und der Spanier schmunzelte. Manchmal war der Amerikaner ja schon niedlich.
"Lass uns nächstes Jahr verreisen! Dann fahren wir ohne Kinder nach New York. Ins Plaza!"
"Ich will nicht ins Plaza. Da geht's nur ums Geld aber Charme hat das Hotel absolut nicht.", trotz allem grinste der Rothaarige und zog Miquel zu sich und küsste ihn zärtlich.
"So eine süsse kleine Hütte am Meer... Oder Samoa, sowas hat Charme. Oder etwas wo man das Meer sieht, das erinnert mich immer daran wie sehr ich dich liebe."
Lan flüsterte die Worte und küsste Miquels Nacken. Ihre Hände streichelten einander und ihre Lippen liebkosten die des Anderen, ruhig und liebevoll, so als hätten sie alle Zeit der Welt und eigentlich hatten sie die ja auch. "Miquel...?", der Name hing in der Luft zwischen ihren Lippen und  der Angesprongen brachte nur ein wohliges "Hnmm...?", zustande als der Jüngere leise flüsterte: "Wir war das, mit dem Leck mich...?"


19. Juli 2032

Peter legte seine Hände an den Kragen, des dunkelblauen Hemdes seines Klienten und richtete ihn. "Sehr gut siehst du aus!"
"Peter... Das ist eine Pressekonferenz, wieso seh ich aus, als würden wir an eine Gala gehen?"
"Na, das hab ich dir doch schon gesagt!", murrte der Manager und richtete seine eigene Kravatte. Miquel schaute aus dem Fenster und betrachtete die Aussicht des Plaza's. Lan hatte Recht. Es war ein Schickimicki-Hotel aber richtigen Charm, hatte das Gebäude wirklich nicht.
Lan...
Lan der einfach seinen Geburtstag vergass. "Es ist ein Galaessen für einen guten Zweck wo Schauspieler rum geistern und dich Journalisten während dem Essen mit Fragen bombadieren können. Und jetzt komm, es ist schon halb acht."
"Aber wir müssen doch erst um neun da sein!", trotz widerspruch, griff der Spanier bereits nach seiner kleinen Tasche und ging zur Tür. "Es ist etwas ausserhalb. Aber es wird dir gefallen!"

Sie sassen in dem Merzedes und die riesigen Wolkenkratzer zogen an ihnen vorbei und Miquel lehnte seine stirn gegen das kalte Glas. Die Dämmerung würde ohne weiteres, noch zwei Stunden anhalten. Dennoch, war das vom Sonnenuntergang getränkte Manhattan unwerfend. Er wünschte sich wirklich, dass mit Lan teilen zu können. Doch, wie schon so oft gingen ihm zwei verschiedene Dinge durch den Kopf. Lan hatte seinen Geburtstag vergessen und war in Seattle. Peter fuhr ohne Kommentar und als sie richtung New Jersey bogen, hob Miquel irritiert eine Augenbraue. "Peter. Wieso fahren wir nach New Jersey, wenn wir im Plaza sind? Es gibt auch in New Jersey Hotels."
"Die wollten das so. Höchster Grad an Luxus für ihre Marionetten. Du kennst das Theater doch.", der Mercedes rollte auf die Fähre und der Manager liess das Fenster runter und redete mit einem Matrossen.
Die Fahrt auf der Fähre würde keine Viertelstunde dauern, dennoch stieg der Spanier aus dem Auto und vertritt sich die Beine. Als er an die Reling trat und die Sky-Line New Yorks betrachtete, welche in rose-orangenen Farben zu versinken drohte, seufzte er.
Er erinnerte sich an den Tag, als er mit Lan zur Schauspielschule gefahren war und mit ihm die Stadt angesehen hatte, obwohl der Rothaarige alles war, was der Spanier bewusst wahrnahm. Seine Lippen, die immer wieder den Weg zu den eigenen fanden und seine Hände, die nie genug von seiner Haut bekamen, obwohl er, wie eine süsse kleine Jungfrau, nie unter den Stoff rutschte. Miquel lächelte. Wenn man sein gebrochenes Herz, am Ende der Reise ausblendete, war es einer der schönsten Momente mit Lan gewesen.
Das gegenüberliegene Land kam Näher, also begab sich der Spanier zurück zum Auto und liess sich hinein fallen.
"Ich liebe dich."
"Bitte, was?!"
"Nicht dich...", Miquel kramte nach seinem Handy und zog es aus der Tasche, welche er dann ohne weitere Beachtung wieder fallen liess. Er tippte die Nummer auswendig und ihm war sehrwohl bewusst, dass er gerade einen Videoanruf tätigte, doch er musste ihn sehen! Er musste ihm sagen, wie sehr er ihn vermisste!
"Miquel, was ist los?", der Rotschopf, stand in einem Gang, wo ein wundervoller Teppich ein Stück des Parkettes bedeckte. Seine Haare waren noch mehr zerzaust als am Morgen und er... sah aus, wie die pure Verführung.
"Ich liebe dich.", sagte Miquel ohne auf Lans Frage einzugehen und beobachtete die Gesichtszüge seiner Liebe: Zuerst weiteten sich seine Augen vor Überraschung, dann bildete sich ein zarter Hauch rot auf seinen Wangen.
"Ich.... ich dich auch...", flüsterte er dann und senkte den Blick. Wie konnte der Ältere sauer sein auf einen Mann, der so unbeschreiblich süss sein konnte. "Ich bin in New York. Also gleich in New Jersey. Und ich finds zum Kotzen, dass du in Seattle bist. Nur damit du's weisst." Lan nickte nur und sah dann wiederin die Kamera. "Hör zu Miquel. Ich bin wirklich beschäftigt. Wir telefonieren später, ja?"
"Lan, ich hab heute Gebu-", seinen Satz konnte er gar nicht fertig bilden, da Lans Gesicht auch schon verschwunden war. "Das gibts doch nicht!", fauchte der Spanier und stieg erneut aus dem Auto, ging gerade wegs zur Reling, nahm Anlauf und pfefferte sein Handy so weit es hinaus aufs Meer. "LECK MICH DOCH!", schrie er dem kleinen Wunder nach und setzte sich wieder in den Merzedes. Peter sah ihn zwar an, doch er sagte kein Wort. Als sie endlich von der Fähre runter waren, steuerte der Manager den einzigen wirklichen Hügel an und Miquel seufzte. Er war gerade so unbeschreiblich sentimental und das ganze, das nagte an ihm. Er hatte doch nie wirklich viel von Lan erwartet, doch... das tat weh. Der Schauspieler wusste nicht, wie lange er sich in seinem Gefühlschaos suulte, bis das Auto auf einmal stillstand. "Wir sind da."
Miquel sah sich um und hob langsam eine Augenbraue. Das Auto stand auf einem Parkplatz und gegen alle Erwartung, waren es nicht nur Fahrzeuge der A-Klasse sondern auch alte und Kaputte. Was war denn jetzt los? Dennoch war das Haus unwahrscheinlich schön. Es glich dem damaligen Olymp. Die weissen Fassaden, reichten hoch in den Himmer und massive, dennoch dezente Säulen stützten das Dach, welches mit grauen Ziegeln bedeckt war. Der umliegende Rasen war wunderhübsch und die Bäume und Blumen, waren trotz gesundheit, nicht perfekt angeordnet. Und das verlieh dem Haus den Charm. Es war wunderhübsch, beinahe königlich, doch alles andere als Perfekt. Schmunzelnd begab sich der Spanier zum Eingang und betätigte die Klingel, eine junge Frau, um die zwanzig öffnete die Tür und strahlte ihn an. "Hola Señor Marquez. Wie schön, dass Sie nun auch endlich eingetroffen sind!", der angesprochene nickte nur und folgte ihr mit Peter einen langen Gang entlang. Die Wände waren weiss, an den Decken hingen Kronleuchter und der wundervolle Parkett, welcher unter dem roten Teppich hervor blitzte, brachte so eine warme Stimmung in dieses Haus, dass ihm gleich das Herz aufging.
Bevor sie die Tür öffnete sagte sie noch:
"Geniessen sie diesen speziellen Tag, man wird schliesslich nur einmal 44!", mit den Worten gab  sie den Durchgang frei und Miquel realisierte in genau dieser Sekunde soviele Dinge! Der Teppich und der Parkett beim Video-Telefonat mit Lan. Der alte rote Mustand vor dem Haus, der definitiv Sam gehörte und der schwarze Chevrolet, um welcher Noin seine Eltern an seinem 21sten angebettelt hatte.

"ÜBERRASCHUNG!!!"
Das war es definitv. Und auf einmal, waren da so viele fröhliche Gesichter, helles Gelächter und Umarmungen, dass der Spanier gar nicht mehr wusste, wo ihm der Kopf stand. "Alles gute zum Geburtstag, Padre!", sagte der Schwarzhaarige Student und umarmte seinen Vater, während der ältere Sohn mit einem; "Schon wieder ein jahr mehr, alter Mann!", vorlieb nahm. Doch beide umarmten ihn so innig, dass Miquel sich nicht hätte glücklicher fühlen können. Auch wenn Lan und er es nicht leicht hatten, genauso wenig wie die Kinder mit ihnen, so waren sie grossartig heraus gekommen. "Feliz cumpleaños, Padre!", säuselte seine Prinzessin und schlang ihre Arme um seinen Nacken und küsste ihn auf beide wangen, gleich taten es ihr auch des Spaniers Geschwister und dann seine Eltern. Selbst seine Nichte Lolita, liess es sich nehmen, das Glückskind zu umarmen. Jeder kam und drückte seine Glückwünsche aus. Seine ehemaliger Mitschüler Zero, welcher schon ganz graue Haare hatte, oder Keith und Mike, welche im grossen und ganzen beinahe noch besser aussahen als in jungen Jahren. Peter's Frau, die ihn schon öfters Beherbergt hatte, als Sam noch jünger war. Justin, der Freund von jenem und sogar Jack, war da, begnügte sich aber mit einem respektvoller Schulterklopfer. War Miquel doch sowas wie ein Vater für ihn gewesen. Die Liste war ewig lang und dennoch sehnte sich der Spanier nur nach einem einzigen, strahlenden Gesicht und dieses war das schönste der Welt. Wie Zauberei, tauchte der rote Haarschopf vor ihm auf, das strahlend weisse Lächeln und die Schokoladenbraunen Augen... alles war da. Und trotz des ganzen Trubels um sie herum konnte der Blonde nur eins tun;
Er rahmte mit seinen Händen, das kantige Gesicht seines Geliebten ein und zog ihn zu sich, hauchte ihm sanfte Küsse auf die Lippen, bevor er über jene leckte und fordern dazwischen glitt, um jeden Ecken des so bekannten Mundes zu überfallen. Überrascht, versteifte sich der Rothaarige für einen Moment, bevor der Spanier die schlanken Arme in seinem Nacken spürte, das schmale Becken an seinem eigenen und die andere Zunge fordernd um die eigene tänzelte. Sehen konnte Miquel das Lächeln des Amerikaners nicht, da er die Augen schon längst hatte zufallen lassen, doch umsomehr spürte er es.
"Ich liebe dich...", flüsterte Lan atemlos, nachdem er seiner Lunge wieder Luft zukommen liess und strich durch das leicht gegelte Haar des Blonden. Überrascht, jedoch absolut positiv schlang Miquel die arme um den Jüngeren und hob ihn mit einem Ruck hoch, wobei diesem ein Laut entwich, welcher schon sehr einem Quitschen gleich kam und begann zu lachen.
"Ich bin der glücklichste Mensch der Welt!"
"Von mir aus, Schatz. Lass mich runter!", natürlich kam der Schauspieler diesem befehl nach und konnte gar nicht anders als seine grosse Liebe anzugrinsen.
"Du hast vor allen diesen Menschen gesagt, dass du mich liebst... Das macht mich so verdammt glücklich!"
"Du spinnst doch...", nuschelnd drehte sich der Rothaarige weg, doch der zarte Rotschimmer auf seinen Wangen entging dem Spanier nicht.
"Meine Damen und Herren. Oder anders gesagt; Liebe Weibsbilder und liebe Prachtskerle..." Enrique wurde durch ein 'Trink weniger, sonst weisst du bald nicht mehr ob du weibchen oder Männchen bist!' unterbrochen, welches verdächtig nah aus Isabellas Ecke kam. Die Worte warfen den Spanier so aus der Bahn, dass er sich verwirrt wieder setzte ohne auch nur ein weiteres Wort zu sagen. Lan begann zu lachen und drückte sanft Miquels Knie unter dem Tisch und lehnte sich an die breite Schulter. Daraufhin erhob sich Sam und stützte sich etwas an seinem Liebhaber an.
"Liebe Gäste. Ich habe eine unbeschreibliche Rede vorbereitet, für den Mann der da drüben sitzt, und trotzt seines, ich nenne es mal; reifen Alters, noch immer an seinem Freund rumfummelt, wie ein Teenager..." Für diese Aussage erntete der Student zustimmendes Gelächter und ein unwiderstehliches Lächeln schlich sich auf sein Gesicht, welches er definitiv von seinem Papa hatte.
"Ich könnte diese Rede hier wiedergeben, wenn ich sie nicht verloren hätte und dennoch   wäre es absolute zeitverschwendung. Denn über meinen alten Herr'n gibt's nur eins zu sagen; Mann, du bist alt, attraktiv und ich liebe dich, Padre! Alles gute!", mit den Worten toastete er dem Blonden zu und zwinkerte herausfordernd, worauf der Spanier grinsend einen Arm um Lan legte und ihn demonstrativ küsste und auffällig befummelte. Lachen schob Lan ihn zur Seite und erhob sich. Isabella pfiff und rief ein; "KITSCH PUR!", durch den Saal, woraufhin der Amerikaner nur den Mittelfinger hob und grinsend in die Runde sah.
"Als erstes: Ich danke euch allen, dass ihr heute erschienen seid, und ich weiss, dass obwohl es Miquel 44ster Geburtstag ist, ihr alle nur gekommen seid um mich mal wieder zu sehen. Dafür danke ich euch von ganzen Herzen!" Ein 'Bitte, gerngeschehen!', kam von Enrique welcher sein Glas hob und wieder Gelächter erntete.
"Nein, Spass beiseite. Ich danke euch... Was ich jetzt eigentlich sagen will...", er drehte sich zu Miquel, "die Liebe meines Lebens wird heute 44. Und ich kann mich glücklich schätzen, in den 28 Jahren die ich ihn schon kenne, mindestens 20 an seiner Seite gewesen zu sein.", darüber musste Lan selber lachen und Miquel schüttelte amüsiert den Kopf. "okay, das mit dem Spass beiseite, klappt heute irgendwie nicht... es waren schon sicher 25!", wieder lachten einige Gäste und der Rothaarige räusperte sich. "Ich will damit sagen, dass ich nun, wo ich diesen Mann, diesen alten Mann, ansehe und ich mich ehrlich frage; Hast du diesen scharfen Typen eigentlich verdient? Früher war er alles was ein Junge in der Pupertät brauchte. Ein äusserst potenter Sexbessesener und heute... da ist er ein wunderbarer Zuhörer.", Lan küsste ihn auf die Stirn. "Ich glaube es liegt am Wein. Da kann man ja gar nicht ernst bleiben!"
"IN VINO VERITAS!"
"In vino mein Arsch, Zero!", gab der Rothaarige zurück und holte tief Luft, drehte sich langsam zu Miquel und sah ihn an.
"Du bist der Mann, mit dem ich reden konnte. Der mich verstand ohne dass ich überhaupt was sagen musste. Du bist der Mann den ich liebe und ich will dich nie wieder missen. Du bist mein bester Freund, mein grösster Konkurrent, mein Tutor, mein viertes Kind, mein Geliebter und Partner. Egal was war, egal wie sehr du mich auch gehasst haben mochtest und wie scheisse ich zu dir gewesen bin. Du warst immer für mich da und ich weiss, dass ich nicht der Mensch bin, der das wirklich rüberbringen kann, doch ich hoffe sehr, dass du genauso fühlst wie ich. Denn sonst wäre der Rest unseres Lebens ganz schön einseitig." Er küsste Miquel. "Mit jedem Jahr wirst du schöner und dein Herz grösser und mit jedem Tag wächst meine Liebe zu dir. Dabei reicht sie schon jetzt bis zum Mond und wieder zurück. Alles gute zum Geburtstag Miquel. Ich liebe dich!"
Damit setzte sich der Amerikaner und wurde von Miquel in seinen Arm gezogen und geküsst.
"Ich liebe dich auch! So sehr... Du kitschiger!"
Der Spanier war davon ausgegangen, dass alle wieder nach Hause ginden, doch das taten sie natürlich nicht. Knapp einen Kilometer weiter war eine andere Villa in der alle Gäste übernachten konnten und Lan blieb stets unten und half den Hausmädchen beim Aufräumen und Herrichten für das Frühstück, welches wieder im selben Saal sein würde, bis dann wirklich alle Richtung Heimat fuhren. Miquel stand am Rand des Geschehens mit einem Glas Wein in der Hand und beobachtete seinen Freund. Selbst jetzt, anfang vierzig war er noch der selbe Charmebolzen wie damals und wickelte jeden Mann wie auch Frau locker um den Finger. Nun da sein einst androgynes Gesicht kantiger und männlicher, seine Schultern breiter und seine ganze Haltung so viel maskuliner geworden war, schmachteten ihn besonders Frauen an. Auch diese jungen Dinger, die ihm beinahe in den Arsch krochen. Der Spanier nahm einen Schluck der roten Flüssigkeit und schüttelte den Kopf. Lan hätte ihm schon längst eine Szene gemacht, so eifersüchtig wie er war, doch die genugtuung wollte er ihm nicht geben. Er würde ihn jetzt nicht vor all den Angestellten auf den Tisch werfen und ihm das Hirn rausvögeln. Nicht, dass er es sich nicht schon durch den Kopf hatte gehen lassen doch da waren zwei Dinge die dagegen sprachen:
Erstens war Lan auch noch jetzt, vor anderen sehr unsicher, obwohl er ihn nun in der Öffentlichkeit küsste, auch dass hatte er vor einigen Jahren noch gänzlich vermieden. Und auf der anderen Seite, waren da noch ihre Körper. sie sahen beide umwerfend aus, das musste der Spanier mit einem dezenten, Ego-Schulterklopfer zugeben, doch auch wenn sie noch so jung wirkten, ihre Körper waren nicht mehr die eines Teenagers und sie brauchten schon etwas länger als früher, bis alles in die richtige Richtung stand.
"Ein Königreich für deine Gedanken." Die Frage wurde direkt in sein Ohr geflüstert und der sanfte Lufthauch, liess Miquel zusammenzucken. "Was meinst du?"
"Ich sagte; ein Königreich für deine Gedanken... Du hast so mitleiderregend geguckt... woran hast du gedacht?", sanft kraulte ihn der Rothaarige im Nacken und küsste seinen Kiefer. Der Spanier schmunzelte und liess seine Hand ins Kreuz des Amerikaners gleiten, nur um ihn Näher zu ziehen. "Wie gerne ich dich vernaschen will..."
"Deswegen siehst du aus, als hätte dir jemand gesagt, deine Mutter wäre gestorben?"
"Sag das nicht!!!", keifte der Blonde und klopfte sich dreimal gegen seinen Kopf, was Lan zum lachen brachte. "Das tut man eigentlich auf Holz..."
"Ich weiss aber hier ist kein Holz in der Nähe also..." Selbst wenn er gewusst hätte, wie er seinen Satz beenden wollte, hätte er das nicht gekonnt, da dieses glockenhelle Lachen direkt an sein Ohr drang und nicht leiser wurde.
"Lach nicht so blöd!", nuschelte der Spanier beleidigt und spürte wie sich sein Gesicht erhitzte. Wenn er jetzt schon rot wurde, dann hatte er definitiv ein Glas Wein zu viel. Von dem nahm er nun auch einen Schluck, weswegen die Hand, welches es hielt und an Lans Rücken verweilte ihren Standort ändern musste und die andere ihren Platz auf dem schönen Kreuz einnahm.
"Wir könnten in unser Zimmer... Holzkopf!"
"Das wirfst du mir jetzt ewig vor, oder?"
"Bis, dass der Tod uns scheidet!"
Miquel versteifte sich und Lan biss sich auf die Lippe. Er wusste wie sehr der Spanier heiraten wollte. Wie sehr er IHN heiraten wollte. Der Rothaarige küsste ihn kurz und lenkte so gleich vom Thema ab: "Komm, ich hab eine Überraschung für dich.", er zog ihn aus dem grossen Esssaal zu einer schmalen Treppe die in die nächste und letzte Etage führte. Miquel verschlug es den Atem. Der Holzparkett war auf eine riesige Fläche ausgebreitet, auf der ein riesiges Bett stand und eine Dusche die offen im Raum stand. Die Wände waren aus Glas und um den Raum zog sich rundherum eine Terasse, den Blick auf den Atlantik hatte man auch und das in silber getauchte Wasser liess Miquels Atem für eine Sekunde stoppen.
"Das ist wunderschön..."
"Ich nehme das als ein, es gefällt dir, auf...", raunte der Rothaarige in sein Ohr und liess seine Hände über die breiten Schultern wandern und die Arme hinab. Die sanfte Berührung löste, trotz des Stoffes der dazwischen war, eine Gänsehaut auf der Sonnengebräunten Haut aus.
"Ich liebe dich..."

Bekannte Lippen, die so zärtlich über seine Kehle streiften, dass der Spanier sie doch nicht mehr zu kennen glaubte, Hände die gemächlich seine Kravatte abstreiften und über seinen Nacken in sein Haar glitten um ihn zu sich zu ziehen. Der folgende Kuss war langsam, schon beinahe unschuldig. Lediglich ein bewegen der Lippen, welches sie für einige Momente dabei beliessen, was wie eine Ewigkeit zu sein schien. Und dann ging es nicht mal eine Sekunde. Die grossen Hände des Spaniers, packten die Oberschenkel des Amerikaners, hoben sie hoch, worauf jener gleich seine elendlangen Beine um ihn schlang, Miquel drückte ihn grob gegen die Wand, worauf Lan einen überraschtes Keuchen zuliess und der Blonde ergriff seine Chance. Seine Zunge glitt in den heissen Mund, erkundete jeden Zahn bis die andere sie aus dem eigenen Mund verdrängte und sich ein Kampf zwischen ihnen ausbrach. Die zuvor noch zärtlichen Hände rissen nun an dem Stoff des Hemdes und die Knöpfe sprangen davon, liessen zu, dass er es seinem geliebten über die Schultern streifte, doch weiter kam er nicht, da die Hände des Spaniers selbst mit dem Hemd des Anderen beschäftigt war. Im Gegensatz zu Lan, konnte er sich jedoch in Geduld üben und öffnete jeden einzelnen Knopf worauf der Rothaarige frustriert in den Kuss wimmerte und sich noch näher an den Spanier presste. "Du kannst es kaum erwarten, Sex mit mir zu haben oder?", grächzte der Ältere und ging zum Bett, hielt Lan nah an sich, indem er ihn mit dem Händen grob am Hintern packte. Jener keuchte leise und küsste den Kiefer des Grösseren. "Mach schon!"
Nur zu gerne, kam der Spanier dem nach, er warf Lan förmlich auf das Bett, liess aber keine Zeit verstreichen und kniete über seinem Freund, öffnete dessen Jeans und liess nur kurz von ihm ab, damit Lan ihm das Hemd nun entgültig abstreiffen konnte und es achtlos auf den Boden warf. Der Spanier zog den Reissverschluss des Jüngeren auf, rutschte ans Bettende und riss ihm die Hose förmlich vom Leib, Lan hob sein Becken, damit er auch die Shorts runterziehen konnte, die unverkennbar gespannt waren. Grinsend kam Miquel der aufforderung nach und fuhr mit den Händen unter den Bund und zog sie quälend langsam von der erhitzen Haut nur um einen Schlag auf den Hinterkopf zu ernten. "Ich erdolch dich! Mach mal!!!", keuchte der Jüngere und Miquel schluckte ein Lachen, liess es sich jedoch nicht nehmen, in gleichem Tempo fortzufahren. Als er die Shorts über die Füssen gestreifft hatte, tat er das selbe mit dem einen Socken und dann mit dem anderen, küsste dann den inneren Knöchel und küsste weiter hoch bis zum Knie.
"Ich hasse dich, Miquel!", wimmerte der Rothaarige und wälzte sich leicht, liess die eigenen Hände zu seiner errigierten Männlichkeit wandern und wollte sich selbst Befriedigung verschaffen, als Miquel knurrte: "Fass dich nicht an! Sonst hör ich auf!"
Lan sah ihn an, die Pupillen so gross wie Teller und von Lust völlig übermahnt stöhnte er frustiert und liess die Hände neben seinen Körper fallen.  Miquel küsste das Bein weiter hoch, spreizte die Beine die keinerlei widerstand boten und küsste seinen inneren Oberschenkel. Das Wimmern des Jüngern machte ihn an, doch er würde nicht nachgeben. Er würde es ihm heimzahlen. Er wrde Lan dafür büssen lassen, wie er ihn den ganzen Tag hatte leiden lassen mit seiner Unwissenheit.
Miquel lag da, sein Brustkorb hob und senkte sich schnell, sein Atem kam abgehackt und hörte sein Blut noch immer in den Ohren Rauschen. Er war so heftig gekommen, dass er für eine Sekunde nur noch weiss sah und legte den Arm um Lan, welcher sich an ihn schmieg. "Für einen alten Mann, hab ich's immernoch drauf, was?", sagte er schmunzelnd und erntete nur ein zustimmendes Grummeln. Lan war so erschöpft, dass er, kaum hatte sich der Spanier aus ihm zurückgezogen, vom schlaf übermannt wurde. Sanft strich er ihm durch das rote Haar und flüsterte:
"Ja Miquel, das war der Fick des Jahrtausends. Du wirst von Mal zu Mal besser und mit dem gerade eben, hättest du den Nobell-Sex-Preis gewinnen können. Mit abstand bist du der männlichste, beste und attraktivste Freund den ich je hatte!", er lächelte und zog den schlafenden Rothaarigen, der davon gar nichts mehr mitbekam zu sich.
"Du schmeichelst mir, Zorro, du schmeichelst mir!"
Er träumte vom Schokoladenkuchen, den es heute gegeben hatte, von dem Sex mit Lan und von Einhörnern und Regenbögen. Wohlig seufzend, zog er den weichen, flauschigen Amerikaner zu sich und legte ein Bein über dessen fluffiges. So dick und dennoch flaumig und er roch so gut, schmiegte sich an ihn, dass nicht einmal mehr Luft zwischen ihnen Platz hatte.
Aprupt schlug er die Augen auf, und beäugte die Decke, die er beinahe gewalttätig an sich geklammert hatte. Das war definitiv nicht Lan. Wo war er dann? Ein Blick auf seine Rolex verriet Miquel, dass es knapp drei Uhr morgens war und er blickte sich um. Ess ging nicht lange bis er die vom Mondlicht beschienene Figur erkannte, welche sich an das Balkongitter lehnte und aufs Meer hinaussah. Langsam liess der Spanier seine Beine über die Matratze gleiten und tappste auf die offene Glastür zu, wo sich der Vorhang von der warmen Briese umspielen liess und trat hinter den schlanken Körper um ihn sanft in den Nacken zu küssen.
"Warum bist du wach, Zorro?", hauchte er gegen die aufgestellten Nackenhaare und strich zärtlich über die, von Gänsehaut befallenen, Arme. "Ich bereite mich vor....", kam die leise Antwort und ein Geräusch folgte, was Miquel darauf achten liess, was Lan gerade tat. Jener nahm einen grossen Schluck seines Weines und lehnte sich an den warmen Körper hinter ihm. "Du trinkst mitten in der Nacht? Damit hast du doch aufgehört...", das gefiehl ihm gar nicht. Der Abend mit der Feier, die Zweisamkeit mit Lan und der Sex waren wunderbar gewesen und nun stellte sich heraus, dass der Rothaarige wieder heimlich trank. Ein widerlich säuerlicher Geschmack machte sich in Miquels Mund breit und er liess seine Arme sinken, worauf sich der Rothaarige umdrehte und das Glas auf das Gelender stellte. "Das ist nur ein Glas und ich trinke das nur, um mich zu beruhigen und mir Mut anzutrinken!"
Der Schauspieler hob skeptisch eine Augenbraue. "Wieso musst du dir Mut antrinken!?"
"Na um dir dein Geschenk zu geben..."
"Stimmt. Du bist der einzige, der mir noch nichts geschenkt hat. Woran liegt das?"
Seufzend liess der Amerikaner von ihm ab und ging zurück in ihr Zimmer, nur um sich nach seiner Hose zu bücken.
"Was? Haust du jetzt ab, weil ich dich beim Trinken erwischt habe?"
entnervt hob Lan die Augenbrauen und zischte: "Halt ja den Mund und hör auf rum zuzicken, ich such was!"
"Ein Shotfläschchen mit Schnapps?" Das war nicht fair und das wusste der Spanier aber musste Lan ihm auch wirklich alles kaputt machen? Wieso war er nur so egoistisch und warum war er nur so ein Idi-
"Du bist ein verdammter Idiot!", fauchte Lan und etwas hartes traf den Spanier an seiner tättowierten Schulter. Ohne auf den Gegenstand zu achten ging er auf den Amerikaner zu und knurrte: "Wirst du jetzt wieder agressiv? Ich fahr dich morgen früh gleich wieder zum Entzug! Wie kannst du mir das wieder antun? Du bist verdammtnochmal erwachsen, bekomm das endlich unter Kontrolle!"
"LECK MICH!", schrie Lan und stiess Miquel von sich. "Du bist so ein verdammter Idiot! Weisst du was? Belassen wir es dabei, ich hab dir nichts geschenkt, ausser das ganze Fest, also kann ich ja jetzt rüber. Vielleicht lad ich Jack zu einem Glas Vodka ein.", die raue Stimme des Jüngeren triefte vor Sarkasmus und das liess Miquel verwirrt inne halten. Er verstand die Situation nicht. Lan knöpfte sich seine Hose zu und griff nach dem Sako, das Hemd liess er achtlos liegen.
"Gute Nacht noch.", mit den Worten verliess er den Raum und knallte die Tür hinter sich zu. Genervt fuhr sich der Spanier durchs Haar und wollte zurück zur Terasse als er auf einmal aufkeuchte. Er war auf etwas getretten und ein schwall spanischer Flüche kam aus seinem Mund, während er sich bückte um den Übeltäter hochzuheben.
Er beäugte die Schatulle und murrte. Angesäuert öffnete er sie und ihm rutschte auf einmal das Herz in die Hose seines Adamkostümes. Seine Augen weiteten sich, als er den goldenen Ring betrachtete, welcher in dem kleinen Satinbettchen lag und ihm freudig entgegen strahlte. Ein Ring. Am Geburtstag. War einfach ein normales Geschenk. Man schenkte seinem Freund ja auch Schmuck an Jubiläen. Uhren um die Zuneigung zu zeigen, Halsketten um ihre Familie zu Ehren und Ringe wenn man jemanden bitte wollte ihn zu heiraten.
"Mierda!", zischte der Spanier und rannte zur Tür, die Treppe hinab und schrie aus voller Kehle: "LAN! LAN!!! ZORRO!!! ZORRO!!!!!", er sprintete aus dem Haus und sah Lan auf einer weissen Bank sitzen, von welcher man direkt aufs Meer sah. Miquel eilte zu ihm, obwohl sich der Amerikaner nicht umgedreht hatte, dabei musste er ihn definitiv gehört haben, so laut wie er geschrieen hatte.
"Lan... Schatz...!", stammelte Miquel und setzte sich neben den Rohaatigen welcher ihn nun nüchtern betrachtete. "Es tut mir leid! Gib mir mein Geschenk! Ich habe überreagiert, los frag mich! Sag's mir! Los! Mach!" Nervös und doch voller Vorfreude rutschte er auf der Bank hin-und-her und sein Freund öffnete den Mund:
"Du bist nackt."
Gut, das war er. Aber das waren nicht die Worte die er hören wollte. "Ich hab überreagiert! Wirklich! Es tut mir leid..! Nur du redest ja nie, aber nein! Jetzt will ich nicht streiten! Na los frag mich!"
"Was soll ich dich fragen?"
"Was du mich fragen wolltest, bevor ich dich wegen dem Wein angemacht hatte."
"Könntest du dir bitte was anziehen?"
"Ja, will ich! ... Was?", irritiert sah ihn der Spanier an und verstand die Welt nicht mehr. Anziehen? Meinte Lan einziehen? Aber sie wohnten doch schon seit Jahren zusammen.
"Ich hab gefragt ob du dir vielleicht was anziehen könntest, du bist nämlich immernoch nackt."
Gut, das war er. Aber noch immer war es nicht das, was er hören wollte. Miquel reichte ihm die Schatulle. "Bedeutet dieser Ring, was ich denke, was er bedeutet? Sag es mir, Lan!"
Der Rothaarige sah auf die kleine Box in seinen Händen und zuckte die Schultern nur um dann wieder aufs Meer hinaus zu sehen.
"Okay Lan! Hör mir bitte zu!", er griff nach dem Kinn des Jüngeren und zwang ihn ihn anzusehen. "Es tut mir leid, ich habe überreagiert und dir unverdiente Vorwürfe gemacht. Ich hätte einfach den Mund halten und dir vertrauen sollen und ich bitte dich nur um eines!", er küsste sanft diese atemberaubend schönen Lippen, bevor er dagegen flüsterte; "frag mich...! Bitte! Frag mich, ob ich dich heiraten will..!"
Lan sass da und schüttelte kaum merklich den Kopf und sprach leise, er sang es schon fast;
"A ti que te supo tan mal que yo me encariñara con esa facilidad me emborrachara los días que tú no tenías que trabajar."
Irritiert beäugte er den Rothaarigen und wiederholte die Worte in seinem Kopf. Sie kamen ihm irgendwie bekannt vor. 'Du, der es nicht gemocht hat, dass ich so leicht angetan war, dass ich mich betrunken habe, an den Tagen, an denen du nicht arbeiten musstest.'
Bevor der Spanier was sagen konnte sang Lan leise weiter und vergrub dann sein Gesicht in den eigenen Händen. "Era un domingo llegaba después de tres días comiendo el mundo. Todo se acaba dijiste mirándome que ya no estábamos juntos.", eine Melodie die traurig klang schlich sich hinein und Miquel kannte sie. Als er sich des Textes bewusst wurde, schluckte er. Was wollte er damit sagen? 'Es was ein Sonntag. Ich kam nach drei Tagen vom Ende der Welt zurück. Alles käme zu einem Ende, hast du gesagt und mich angesehen. Wir waren nicht mehr zusammen.'
"Lan... was redest du denn da?"
"Yo pienso en aquella tarde cuando me arrepentí de todo. Daría, todo lo daría por estar contigo y no sentirme sólo.", war die simple Antwort und der Ältere bekam eine Gänsehaut. Er liebte die Stimme des Amerikaners, auch wenn er weinte. Und das tat er. Auch wenn er es nicht zeigen wollte, er tat es, er hörte es. Langsam rutschte er näher und legte eine Hand auf die Schulter seines Freundes. 'Ich denke über diesen Nachmittag nach, wenn ich alles bereue. Ich würde geben, ich würde alles geben um bei dir zu sein und mich nicht mehr alleine zu fühlen.'
"Lan... Du bist nicht alleine. Ich bin hier bei dir. Es tut mir leid, dass ichs versaut habe. Wirklich... Und gerade jetzt finde ich dich unbeschreiblich süss. Ich weiss das magst du nicht, da du gerade flennst. Aber du hast deinen Gefühlen mit einem Lied zum Ausdruck gebracht, was ich bestimmt seit zwanzig Jahren nicht mehr gehört habe. Wie kommst du nur immer auf solche Sachen?", sachte strich er unter das Jacket und über die warme Haut, die sich über die Rippen spannte. Sanfte Küsse wurden auf dem Hals des Jüngeren verteilt und Miquel flüsterte:
"Auch wenn du alt, gemein und betrunken wärst, würde ich dich lieben. Ich will nur nicht, dass du dich kaputt machst, deswegen bin ich vorhin so gemein geworden, ich wollte dich nicht verletzen..."

"Du vertraust mir nicht.", kam die ruhige Antwort, doch wenn man Lan so nahe war, wie dem Spanier gerade, spürte er, dass der Amerikaner ganz und gar nicht ausgeglichen war. Miquel seufzte und vergrub sein Gesicht in der roten Mähne, atmete den Duft ein, der ihn immer so beruhigt hatte und schluckte erneut. Wieder dieser widerliche Geschmack in seinem Mund, den er irgendwie loswerden musste. "Lan... Ich liebe dich. Aber, du hast mir nie wirklich Gründe gegeben warum ich dir vertrauen sollte... Ich tue es. Verstehe mich nicht falsch, ich vertraue dir. Aber du hast es manchmal nicht verdient, dass ich dir vertraue. Wie oft hast du mich schon betrogen? Wie oft hast du hinter meinem Rücken getrunken, obwohl du geschworen hast, es nie wieder zu tun? Wie oft hast du gesagt, dass du mich liebst und bist am nächsten Tag abgehauen? Wie oft hast du bereits versucht mich zu verlassen? Ob ich dir vertraue? Ja das tue ich. Aber nicht weil du es verdient hast, sondern weil es mir verdammt nochmal egal ist, was für eine Scheisse du baust, weil ich weiss, dass du nicht anders kannst, dass du immer wieder zu mir zurück kommst und ich weiss, dass du mich mehr liebst als dich selbst. Und deshalb Lan vertraue ich dir."
Nun sah der Jüngere auf und die braunen Augen sahen so traurig aus, dass es dem Spanier das Herz zuschnürrte und er wieder schluckte. Gut vielleicht war er jetzt ein bisschen zu hart gewesen. Aber... Was hätte er sonst sagen sollen?
"Du vertraust mir nicht, Miquel. Du bist einfach so verdammt naiv, dass du glaubst, dass ich eines Tages doch noch erwachsen werde. Das ist ein verdammter Unterschied. Und... ich wollte nie heiraten, das weisst du auch! Aber ich wollte dich fragen, weil du irgendwie erst glücklich sein kannst, wenn wir verheiratet sind. Doch glaubst du wirklich, dann ändert sich was? Betrogen hab ich dich seit zehn Jahren nicht mehr, mich halb tod gesoffen, seit mindestens einem Jahr und dich verlassen wollte ich auch schon eine Weile nicht mehr. Ich geb mir wirklich Mühe. Ich will nicht, dass, wenn auch Noah irgendwann ausgezogen ist, du dann denkst; Hab ich mir mein ganzes Leben die selbe Scheisse angetan? Wenn du dann entscheidest zu gehen, dann kannst du wieder kommen. Aber wenn wir uns scheiden lassen müssen und das nicht gut geht, hab' ich verdammt nochmal Angst dich für immer zu verlieren! Das steh ich nicht durch!!! Das überrleb ich nicht, Miquel! Ich brauche dich. Und ich hab dich gar nicht verdient! Ich weiss, dass ich dir nie wirkliche Gründe gegeben habe, mir zu vertrauen, doch ich habe doch auch gute Seiten, oder nicht? Ich weiss ich bin nicht einfach aber... ich... ich... Bin ich wirklich so ein schlechter Mensch?"
Diese ganzen Worte kamen viel zu schnell und der Spanier konnte sie nicht wirklich einordnen, er sah nur diese Augen die immer noch verletzt wirkten und er schloss die Augen um tief Luft zu holen, bevor er sie wieder öffnete und Lan über die Wange fuhr. Die einzelnen Sätze verflochten sich in seinem Kopf und er lächelte sanft:
"Das meine ich doch. Du bist kein einfacher Mensch. Du bist cholerisch und kompliziert! Das ist keine gute Kombination. Aber du hast unsere Kinder richtig gut raus gebracht! Du hast ihnen so viel Liebe geschenkt, wie du selbst nie bekommen hattest. Und auch mit Noah warst du ein toller Papa! Wenn auch erst nach deinem Eifersuchtsanfall...", er unterbrach sich und grinste, als ihm sein gegenüber ebenfalls zu schmunzelte und sich über die Augen strich, "bei dir sind es die kleinen Gesten auf die man achten muss und das habe ich über die letzten Jahre gelernt. Deine Geburtstagsgeschenke zum Beispiel. Oder wenn Sam mal erwähnt hatte, dass es ihn unbeschreiblich glücklich machen würde, wenn er ein Pinguin-Plüschtier hätte und du es ihm zu Weihnachten geschenkt hast, wo er es längst vergessen hat aber du nicht! Verdammt Lan! Wenn ich krank bin, dann sitzt du den ganzen Tag neben mir im Bett und liest mir vor, du machst den Schokoladenkuchen deiner Grossmutter, wenn es mir schlecht geht! Du küsst mich, wenn du glücklich bist und wenn du ein schlechtes Gewissen hast, dann verdammt nochmal bläst du wie ein Gott!!" Erneut unterbrach er sich um seinem Freund ein leicht selbstironisches Lächeln zu schenken. "Bei dir sind es die kleinen Dinge, die mich wissen lassen, dass du da bist. Ich muss dir nicht vertrauen, da ich dir gar nicht misstrauen kann. Du hast viele Dinge getan, die scheisse sind und genauso habe auch ich Sachen gemacht, die gemein waren... Aber wenn unsere Beziehung zum Scheitern verurteil ist, wieso sehe ich dir denn immernoch jeden Morgen beim Schlafen zu und wieso schenkst du mir immernoch jedesmal dieses unwerfende Lächeln bevor du einschläfst?"
"Weil ich dich liebe..."
"Bis zum Mond und zurück!", grinsend strich der Spanier durch das rote Haar, woraufhin der Amerikaner errötete. Er hatte seine Rede schon fast wieder vergessen.
"Du hast mir heute so sehr gezeigt, wie viel ich dir bedeute, wie in unserem ganzen Leben zusammen noch nicht. Ich liebe dich! Nicht; Ich fick dich gern, sondern; Ich würde verdammtnochmal für dich sterben und damit das die ganze Welt weiss, will ich, dass du-", weiter kam er nicht da ihn Lan küsste. Heftig, grob, zärtlich, innig und neckisch, alles auf einmal. Überrascht keuchte der Spanier auf und gab sich dem Kuss hin, bis er gar nicht mehr wusste, was er eigentlich hatte sagen wollen...
...Bis ein leises flüstern gegen seine Lippen seine ganze Welt erschütterte: "Heirate mich, Miquel Marquez! Bitte?"

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